Sport

Liebe Patientin, lieber Patient,

Eine Krebserkrankung ist eine außergewöhnliche Herausforderung des Lebens. Nichts ist mehr normal. Die täglichen Anforderungen von Familie und Umwelt können nicht mehr wie gewohnt erfüllt werden. Therapien sind anstrengend, Geist und Seele drehen sich nur noch darum, ob "man es schafft" oder - wie ich oft gefragt werde - "ob man noch hoffen darf". Hinzu kommt, dass das Vertrauen in Ärzte mit jedem nicht gehaltenen Versprechen sinkt. Häufig gibt es auch Freunde, die sich nicht mehr trauen Kontakt zu halten. Weil sie Angst haben vor der Antwort auf die Frage "Wie geht es Dir?". Einsamkeit droht!

Ich möchte Sie einladen zu einem Experiment: Stellen Sie sich vor, Sie sind an Krebs erkrankt, Sie fühlen sich allein, überfordert und Ihr Mut sinkt. Und ich sage Ihnen: Mensch, Du kannst viel mehr, als Du glaubst! Komm, ich nehme Dich an die Hand und zeige Dir Deine tatsächlichen Grenzen - nicht die, die man Dir geraten hat. Wir gehen in extreme Belastungen und es funktioniert. Sie laufen 10 - 40 km am Stück, schwimmen, tauchen oder fahren Rad. Plötzlich zeigen Sie sich und der Welt: Ich kann ja doch mehr leisten, als alle geglaubt haben. Ihr Selbstbewusstsein stärkt Sie durch Sport als Leistungsmaß. Den Rest tut die Körper-Seele-Beziehung und das Knüpfen neuer Kontakte zu anderen Sportlern.

Ich könnte hier noch endlos weiterschwärmen, wie wichtig Sport gerade für Sie sein könnte, und ich hätte immer noch nicht alle Punkte erwähnt. Wir zeigen Ihnen Angebote für jeden Menschen: von der leichten, moderaten Bewegung oder Gymnastik bis hin zum Marathon. Ich lade Sie herzlich ein, mich direkt zu befragen. Ich berate Sie gern.

Ihr

Professor Dr. med. Ulrich M. Carl



Tauchtauglichkeit nach Krebsbehandlung

Bei dieser Thematik wird ein gewaltiges Spektrum an Fragen berührt, die letztendlich alle Einzelfallbetrachtungen darstellen. Systematische Untersuchungen fehlen, da nicht so viele Tumorpatienten Taucher sind und solche, die Taucher waren, oft ihrem Sport nicht mehr nachgehen. Wollte man hierzu eine Studie machen, würde man nicht die erforderliche Anzahl von Patienten pro Gruppe rekrutieren können. Es bleibt also nur die analytische theoretische Betrachtung, die von Einzelfallbetrachtungen unter- oder widerlegt werden muss. Aus der Erfahrung mit der HBO-Therapie kann einiges abgeleitet werden.

Die moderne Krebstherapie steht auf drei Säulen: Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie. Hormontherapie und Immuntherapie sollen hier, wenngleich sehr wichtige Konzepte, vernachlässigt werden. Aus Therapiesicht verstehen sich Operation und Bestrahlung als Lokaltherapien und die Chemotherapie (CTX) als systemische Therapie, bei der immer der ganze Körper mitbehandelt wird. Nähert man sich von Seiten der Therapiefolgen ist mehr die anatomische Zuordnung (primärer Tumorsitz, Art und Ausdehnung) von Bedeutung. Dies gilt besonders für Folgen von Operation und Bestrahlung. Für die systemische Therapie muss man generelle Folgen und Nebenwirkungen analysieren. Da zur Zeit neue CTX-Stoffklassen in großer Fülle Einzug in die Klinik halten, ist es kaum noch möglich, die Risiken abzuwägen. Hierzu können daher nur allgemeine Hinweise gegeben werden.