Bestrahlungsplanung

Die Erstellung des Bestrahlungsplanes

Der Medizinphysiker/ die Medizinphysikerin überträgt die am Computertomographen erstellten Schnittbilder in den Planungsrechner. Um überhaupt einen Bestrahlungsplan erstellen zu können, müssen viele Vorarbeiten an diesen Schnittbildern erfolgen.

Die meisten Patienten werden im Laufe der Bestrahlungsserie nicht nur über einen Bestrahlungsplan bestrahlt, sondern es werden mehrere Pläne errechnet, die aber nur in Kombination eine richtige Behandlung ergeben. So wird z.B. bei der Bestrahlung einer Prostataregion bis zu einer festgelegten Dosis über einen Plan bestrahlt, der etwas mehr umgebendes Gewebe einbezieht (ähnlich einem Sicherheitssaum). Dieser Sicherheitssaum wird dann nach und nach (in neuen Plänen) etwas verkleinert, wenn dort eine bestimmte Dosis erreicht wurde. Ärzte und Physiker erstellen also fast immer für jeden Patienten nicht nur einen Plan, sondern mehrere Pläne, die nur zusammen wirkungsvoll sind. In jeder einzelnen Aufnahme des CT wird also vom Arzt für jeden einzelnen Plan das Zielvolumen eingezeichnet (die zu bestrahlende Region im Körper). In jeder einzelnen Schicht wird ebenfalls jedes Risikoorgan eingezeichnet.

Risikoorgane sind strahlenempfindliche Organe und Gewebe im Körper, die nur eine bestimmte Dosis erhalten dürfen, um Nebenwirkungen zu vermeiden. Durch die Einzeichnung erkennt der Computer später diese Organe und errechnet die Dosis, die dieses Organ über die geplante Bestrahlung erreicht. So kann der Arzt bestimmen, ob die so geplante Bestrahlung zulässig ist.

Aus der Einzeichnung von Zielvolumina und Risikoorganen erstellt der Medizinphysiker jetzt einen Bestrahlungsplan. Er probiert virtuell im Planungsprogramm, mit welchen Geräteeinstellungen das Zielvolumen gut mit der Bestrahlung erreicht werden kann und gleichzeitig die Risikoorgane geschont werden. Dieser Vorgang nimmt, je nach Tumorart, eine Zeit von ein bis zehn Tagen in Anspruch. Ist der Bestrahlungsplan fertig gestellt, wird dieser von den Ärzten des Zentrums überprüft und zur Bestrahlung frei gegeben.

Erst dann wird der Plan vom Physiker an den Computer des Bestrahlungsgerätes für die Bestrahlung übertragen, damit er im Rahmen der Ersteinstellung auf den Patienten übertragen werden kann.

Zentrum für Strahlentherapie und Radioonkologie · Prof. Dr. med. Ulrich M. Carl ·Gröpelinger Heerstraße 406 - 408 · 28239 Bremen
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